Kindergartenkinder erforschen Raketenantrieb und Entdeckerhöhle
In ihrer neu eingeweihten „Forscherstation“ können die 64 Kinder des Katholischen Kindergartens St. Agnes in Mannheim Seckenheim jetzt viele spannende Phänomene entdecken.
„Mein Lieblingsexperiment ist die Luftballonrakete!“ ruft Sandy und lässt einen der langen Raketenluftballons quer durch die Turnhalle sausen. Die Kinder jubeln und die Erzieherinnen strahlen über das ganze Gesicht. „Wenn wir früher auch so an Naturwissenschaften herangeführt worden wären, hätten wir keine Angst vor Physik bekommen.“
Damit die Kinder im Katholischen Kindergarten St. Agnes von Anfang an den Spaß an den Naturwissenschaften erleben können, hat das Kindergarten-Team unter der Leitung von Parthena Maxidou jetzt einen Raum mit vielen kindgerechten Experimenten ausgestattet. Unterstützt und beraten wurden sie dabei von der Forscherstation, dem Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Hier haben im vergangenen Jahr schon zwei der Mannheimer Erzieherinnen an einer sechsmonatigen Fortbildung teilgenommen. Heike Merke und Joana Soltys verloren dabei nicht nur ihre Angst vor Naturwissenschaften, sondern entwickelten eine Experimentierfreude, die längst auf die Kinder übergesprungen ist. „Als wir mit dem ersten Experiment in den Kindergarten kamen, waren die Kleinen schon nicht mehr zu stoppen“, sagt Heike Merke. Inzwischen gibt es im Kindergarten zehn Experimentierkisten, die mit einfachen Materialien, wie Luftballons, Magneten oder Knete gefüllt sind. Fragen wie „Warum geht ein Boot nicht unter?“ oder „Was ist magnetisch?“ leiten die Kinder dabei zum Entdecken an.
Mit der Einweihung der eigenen „Forscherstation“ am vergangenen Dienstag ist das Experimentieren nun zu einem festen Bestandteil des Kindergartenalltags geworden. Pfarrer Bernd Schneider lobte dabei sowohl das Konzept des Kompetenzzentrums, als auch das Engagement seiner Erzieherinnen. „Die Fortbildung hat es geschafft, den Bogen zurück in den Kindergartenalltag zu schlagen. So bleibt unsere Einrichtung ein lebendiger Kindergarten, in dem der Entdeckergeist gefördert wird.“ Auch Jochen Luttenberger vom Kompetenzzentrum freute sich über die Einrichtung der neuen „Forscherstation“. „Das ist die erste „Forscherstation“ in Mannheim und sie ist wirklich gelungen.“
Und die Kinder? Die haben sich in ihre „Entdeckerhöhle“ unter dem großen Tisch zurückgezogen. Denn auch hier können sie forschen. Mit Taschenlampen und Spiegeln können sie Bilder und Geschichten in der Höhle entdecken und dabei ganz spielerisch die Reflexionsgesetze erleben.
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Das Bechertelefon in Aktion |
Luftballonraketen |
Stimmgabelversuche |
Fotos:
Forscherstation - Klaus Tschira Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung